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10 Anfängerfehler beim Anlegen die leicht vermeidbar sind, auch im Ruhestand.

Juli 30, 2026

Aktien können spannend sein. Man kann mit ihnen am Erfolg guter Firmen teilhaben. Aber: Anfänger machen immer wieder die gleichen Fehler.

Die Investoren-Legende Peter Lynch hat diese Fehler sehr einfach erklärt und ich kann dir sie nur am Herzen legen. Seine wichtigste Botschaft lautet:

Schau nicht nur auf den Aktienkurs. Schau auf die Firma dahinter.

Denn eine Aktie ist nicht einfach eine Zahl auf dem Bildschirm. Eine Aktie ist ein kleiner Anteil an einem echten Unternehmen.


1. Fehler: Denken, eine gefallene Aktie könne nicht weiter fallen

Viele Menschen denken:

„Diese Aktie ist schon so stark gefallen. Jetzt kann sie fast nicht mehr weiter fallen.“

Doch das stimmt nicht.

Eine Aktie kann von 100 Franken auf 50 Franken fallen. Dann auf 20 Franken. Dann auf 5 Franken. Und im schlimmsten Fall sogar auf 0 Franken.

Beispiel:

Stell dir vor, ein Spielzeug kostet früher 100 Franken. Heute kostet es nur noch 20 Franken. Ist es deshalb automatisch ein gutes Spielzeug? Nein. Vielleicht ist es kaputt. Vielleicht will es niemand mehr haben.

Bei Aktien ist es ähnlich. Nur weil eine Aktie billiger geworden ist, ist sie nicht automatisch ein Schnäppchen.

Merke: Verwechsle günstig mit billig nicht. Man muss wissen, warum etwas billig ist.


2. Fehler: Gute Aktien zu früh verkaufen

Manchmal steigt eine Aktie stark. Dann denken viele:

„Wow, die ist schon so viel gestiegen. Jetzt verkaufe ich besser.“

Das kann ein Fehler sein.

Peter Lynch zeigte: Sehr gute Firmen können über viele Jahre weiter wachsen. Nur weil eine Aktie schon gestiegen ist, heisst das nicht, dass sie nicht noch weiter steigen kann.

Beispiel:

Ein Apfelbaum trägt jedes Jahr mehr Äpfel. Nur weil er letztes Jahr schon viele Äpfel hatte, muss man ihn nicht sofort fällen. Vielleicht trägt er nächstes Jahr noch mehr.

Bei Aktien zählt nicht nur, was gestern passiert ist. Wichtig ist, ob die Firma auch in Zukunft gute Arbeit leisten kann.

Merke: Verkaufe eine gute Firma nicht nur, weil sie gestiegen ist. Prüfe zuerst, ob sie weiterhin stark ist.


3. Fehler: Glauben, eine schlechte Aktie komme sicher zurück

Viele Anleger sagen:

„Ich warte einfach. Irgendwann kommt die Aktie wieder zurück.“

Aber eine Aktie weiss nicht, zu welchem Preis du gekauft hast.

Sie sagt nicht:

„Oh, Tommaso hat bei 50 Franken gekauft. Dann steige ich wieder auf 50 Franken, damit alles gut ist.“

So funktioniert die Börse nicht.

Wenn eine Firma echte Probleme hat, kann der Kurs lange unten bleiben oder sogar weiter fallen.

Merke: Hoffnung ist keine Anlagestrategie. Glück ist kein Faktor.


4. Fehler: Mehr Geld in eine schlechte Aktie stecken

Manchmal fällt eine Aktie immer weiter. Dann denken Anleger:

„Jetzt kaufe ich noch mehr. Dann ist mein Durchschnittspreis tiefer.“

Das kann funktionieren, wenn die Firma gesund ist und der Markt übertreibt. Aber es kann sehr gefährlich sein, wenn die Firma wirklich schlecht ist.

Einfaches Beispiel:

Person A kauft Aktien für 10’000 Franken.

Person B kauft später Aktien für 25’000 Franken, weil sie denkt: „Jetzt ist es günstig.“

Wenn die Aktie auf 0 fällt, verliert Person B mehr Geld, obwohl sie viel „billiger“ gekauft hat.

Merke: Eine Aktie kann immer 100 Prozent verlieren – egal ob du sie teuer oder billig gekauft hast.


5. Fehler: Aktien nur wegen des Preises beurteilen

Viele schauen nur auf den Aktienkurs:

  • „Diese Aktie kostet nur 3 Franken. Die ist günstig.“
  • „Diese Aktie kostet 500 Franken. Die ist teuer.“

Doch der Preis allein sagt fast nichts.

Eine Aktie für 3 Franken kann teuer sein, wenn die Firma schlecht ist. Eine Aktie für 500 Franken kann günstig sein, wenn die Firma sehr stark ist.

Wichtig ist nicht nur der Preis. Wichtig ist der Wert der Firma.

Beispiel:

Ein kleines Stück Schokolade kostet 1 Franken. Eine grosse Schokoladentorte kostet 20 Franken. Was ist günstiger? Das hängt davon ab, wie gross und gut die Torte ist.

Bei Aktien ist es genauso.

Merke: Nicht der Aktienpreis entscheidet. Der Unternehmenswert entscheidet.


6. Fehler: Stock Splits falsch verstehen

Aktiensplitt ist nur der Kuchenstück kleiner schneiden vom gleichen Kuchen

Ein Stock Split bedeutet: Eine Aktie wird in mehrere kleinere Stücke aufgeteilt.

Das klingt spannend, macht die Firma aber nicht wertvoller.

Beispiel:

Du hast eine Pizza. Du schneidest sie in 8 Stücke statt in 4 Stücke. Hast du jetzt mehr Pizza? Nein. Du hast nur kleinere Stücke.

Bei Aktien ist es ähnlich. Wenn eine Aktie nach einem Split weniger kostet, ist sie nicht automatisch günstiger. Die Firma ist dadurch nicht plötzlich besser.

Merke: Ein Stock Split verändert die Stücke – nicht den ganzen Kuchen.


7. Fehler: In schrumpfende Firmen verliebt bleiben

Manche Firmen waren früher sehr stark. Sie waren vielleicht Marktführer. Alle kannten sie. Alle vertrauten ihnen.

Aber die Welt verändert sich.

Neue Firmen entstehen. Alte Produkte verschwinden. Kunden wollen plötzlich etwas anderes.

Eine Firma kann heute gross sein und morgen Probleme bekommen.

Beispiel:

Früher haben viele Menschen DVDs gekauft. Heute schauen viele Filme über Streaming. Ein DVD-Geschäft konnte früher sehr gut sein. Heute ist es viel schwieriger.

Darum reicht es nicht zu sagen:

„Diese Firma war früher super.“

Man muss fragen:

„Hat diese Firma auch morgen noch eine gute Zukunft?“

Merke: Eine starke Vergangenheit ist keine Garantie für eine starke Zukunft.


8. Fehler: „Konservative“ Aktien für sicher halten

Viele Anleger denken:

„Ich habe nur grosse, bekannte Firmen. Da kann nicht viel passieren.“

Auch das ist gefährlich.

Eine grosse Firma kann trotzdem Fehler machen. Sie kann Kunden verlieren. Sie kann neue Trends verpassen. Sie kann Schulden haben. Sie kann schlechter werden.

„Konservativ“ bedeutet nicht automatisch „sicher“.

Beispiel:

Ein grosses Schiff wirkt stabil. Aber wenn der Kapitän falsch steuert oder ein Loch im Schiff ist, kann auch ein grosses Schiff sinken.

Bei Aktien ist es ähnlich.

Merke: Auch grosse Firmen müssen regelmässig geprüft werden.


9. Fehler: Kurzfristige Bewegungen zu wichtig nehmen

Aktien steigen und fallen ständig.

An einem Tag geht es hoch. Am nächsten Tag geht es runter. Das ist normal.

Viele Anleger denken:

  • Wenn die Aktie steigt: „Ich bin ein Genie.“
  • Wenn die Aktie fällt: „Ich habe alles falsch gemacht.“

Beides kann falsch sein.

Kurzfristige Kurse sind oft wie Wetter. Mal scheint die Sonne, mal regnet es. Für eine gute Reise ist aber wichtiger, wohin man langfristig fährt.

Merke: Ein paar Tage oder Monate sagen wenig über eine gute Anlage aus.


10. Fehler: Auf spannende Geschichten ohne Zahlen setzen

Manche Firmen klingen unglaublich spannend:

  • neue Technik
  • riesiger Zukunftsmarkt
  • grosse Versprechen
  • „Das wird das nächste grosse Ding!“

Aber Peter Lynch war vorsichtig bei Firmen, die noch kaum Umsatz und keinen Gewinn haben.

Eine gute Geschichte allein reicht nicht. Eine Firma muss irgendwann zeigen, dass Menschen ihr Produkt wirklich kaufen.

Beispiel:

Ein Kind sagt: „Ich eröffne den besten Limonadenstand der Welt!“

Das klingt toll. Aber wichtig ist: Kaufen wirklich Leute die Limonade? Bleibt nach den Kosten Geld übrig?

Bei Firmen ist es genauso.

Merke: Eine schöne Geschichte ist gut. Echte Zahlen sind besser.


Was Anfängeraktionäre stattdessen tun sollten

Die 10 Fehler zeigen: Viele Anleger schauen zu stark auf den Aktienkurs. Doch der Kurs ist nur ein Zeichen. Er ist nicht die ganze Wahrheit.

Besser ist es, einfache Fragen zu stellen:

  • Verstehe ich, was die Firma macht?
  • Verdient die Firma Geld?
  • Hat die Firma Schulden?
  • Wächst der Markt oder schrumpft er?
  • Hat die Firma gute Produkte?
  • Hat sie starke Konkurrenz?
  • Würde ich diese Aktie heute nochmals kaufen?
  • Passt diese Aktie zu meinem Plan?
  • Verlasse ich mich auf Fakten oder nur auf Hoffnung?
  • Bin ich breit genug gestreut?

Fazit: Aktien sind keine Lotterie

Ich möchte dich nicht abhalten zu investieren. Ich möchte dich zum Nachdenken bringen. Denn ich habe alle diese Fehler auch schon selber durchlebt.

Aktien können langfristig eine gute Möglichkeit sein, Vermögen aufzubauen. Aber nur, wenn man nicht blind kauft, nicht panisch verkauft und nicht nur auf Geschichten hört.

Die wichtigste Regel lautet: Kaufe nicht einfach eine Aktie. Verstehe zuerst die Firma.

Und wenn du eine Aktie nicht verstehst, ist das kein Problem. Dann musst du sie nicht kaufen.

Manchmal ist die beste Entscheidung an der Börse ganz einfach: Nicht mitmachen, wenn man es nicht versteht.


Zusammenfassung

Die 10 häufigsten Fehler von Aktionären sind:

  1. Denken, eine gefallene Aktie könne nicht weiter fallen.
  2. Gute Aktien zu früh verkaufen.
  3. Glauben, schlechte Aktien kommen sicher zurück.
  4. Immer mehr Geld in schlechte Aktien stecken.
  5. Aktien nur wegen des Preises beurteilen.
  6. Stock Splits falsch verstehen.
  7. In schrumpfende Firmen verliebt bleiben.
  8. Grosse und konservative Firmen für sicher halten.
  9. Kurzfristige Bewegungen zu wichtig nehmen.
  10. Auf spannende Geschichten ohne echte Zahlen setzen.

Wer diese Fehler vermeidet, investiert ruhiger, klarer und langfristig besser.


Ganz ehrlich, worin erkennst du dich wieder und wo nicht? Falls du mehr über Erfolgreiches Investieren wissen möchtest melde dich JETZT bei mir. Schreibe mir eine Mail auf “info”.

Übrigens: Falls du alles selber machst mit ETFs und denkst, du brauchst nichts, informier dich über die Vanguard-Studie. Vanguard hat herausgefunden (die haben rund 50 Mio. Kunden), dass das Ergebnis mit Beratung rund 3% besser ist, als wenn man es selber macht. Denk gut darüber nach, was das ausmacht, und melde dich bei einem unabhängigen Experten.

Ich wünsche dir viel Erfolg und ein “geiles” Leben.

https://www.youtube.com/watch?v=myu4Nv0pt0U
Buch von Peter Lynch der Börse ein Schritt voraus
Fotos von Francisco De Legarreta C. und balesstudio auf Unsplash


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